! Ready to Stare !

Die meisten unter uns kennen es: Komische Blicke, spitze Bemerkungen, sogar Anfeindungen wegen seines Aussehens – das ist leider gang und gäbe für Übergewichtige. Ob im Internet oder auf der Straße, verletztende Kommentare treffen tief, selbst wenn man sich eigentlich wohl in seiner eigenen Haut fühlt.  „Body-Shaming“ nennt man diese Art Mobbing auf englisch. Und die kann viele Auswirkungen haben: Von geringem Selbstbewusstsein über Angststörungen bis hin zu einer ausgewachsenen Depression reichen die psychischen Probleme, mit denen Menschen zu kämpfen haben, die Opfer von Body-Shaming geworden sind.

Wie man das in eine positive Botschaft umdeuten kann, fragte sich Alysse Dalessandro. Die Designerin selbst ist schon öfter Opfer von Body Shaming und Belästigung geworden, als sie zählen kann – und zwar sowohl online, als auch offline.

Wann immer sie ein Foto von sich twittert, erhält sie eine Vielzahl an beleidigenden und sogar bedrohlichen Kommentaren, die auf ihre Figur und ihr Aussehen abzielen. Dieser Verrohung wollte sie etwas entgegen setzen und gründete ihr eigenes Label. „Ready to stare“ stellt T-Shirts und Tops in Plus Size Größen an, die eine positive Botschaft transportieren: „Thank you for staring“ – Danke fürs Anstarren – heißt einer der Slogans, die auf den Shirts prangen. „Feminist as Fuck“ lautet ein anderer. Die Kollektion soll den negativen Gefühlen, die durch Mobbing und Fat-Shaming entstehen, ein wenig entgegen wirken. So sollen die Kleidungsstücke nicht nur frech und witzig sein, sondern auch Mut und Power geben und ein positives Körperbild vermitteln.

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Ready to Stare – Body Positivity für FeministInnen

Begonnen hat Alysse Dalessandro eigentlich mit Body Chains für Plus Size Größen. Die trendigen Schmuckketten verkaufte sie auf Etsy, wo sie schon bald sehr erfolgreich war. Später kamen auch Accessoires wie Schals, Socken und Taschen dazu. Die Idee zu der Shirt-Kollektion „Ready to Stare“ kam ihr erst nach und nach. Auf den T-Shirts, so Dalessandro, stehen eigentlich die Erwiderungen, die sie ihren Mobbern eigentlich immer entgegen schleudern wollte, sich aber nicht getraut hat. Mit erhobenem Kopf zu entgegnen, dass man stolz auf seinen Körper ist, das ist eben manchmal gar nicht so leicht, vor allem nicht, wenn man gerade sehr verletzende und entwürdigende Kommentare  einstecken musste. Und weil es vielen Frauen so geht, stehen die stolzen Antworten nun eben auf den T-Shirts, sodass sie jeder sehen kann.

In den nächsten Entwürfen plant Dalessandro, auch Slogans und gewitzte Antworten einzubinden, die ihre Fans und Follower ihr vorschlagen. Basierend auf den Erfahrungen von dicken Frauen soll die Kollektion weiter fortgeführt und erweitert werden – ein Statement, das die Modewelt so sicher noch nicht gesehen hat.
„Ich wünschte, die Leute würden aufhören, einander über ihre Kleidergröße zu definieren“, sagt Alysse Dalessandro, „doch solange es so ist, werde ich eben stylische Wege finden, zurück zu schlagen.“

Ich jedenfalls bin gespannt und freue mich schon sehr darauf, was Alysse Dalessandro als nächstes auspackt!

hella

Veröffentlicht in der Kategorie: XXL Blog

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