Silvana Denker’s Body Love – ein umstrittenes Projekt

Menschen, die sich in Fußgängerzonen bis auf die Unterwäsche ausziehen und sich so fotografieren lassen – ist das eine sexistische Kampagne? Eine neue Idee von der Aktivistinnengruppe FeMen? Irgendwas von PETA? Nein, das ist Silvana Denker’s Fotoprojekt Body Love.

Denn die Leute, die sich von ihr in der Öffentlichkeit halbnackt fotografieren lassen, sind Menschen wie ihr und ich – Leute, deren Figur vielleicht nicht ganz, oder nicht mal ansatzweise dem gängigen Schönheitsideal (Size Zero, Cellulite-free, ihr wisst schon…) entspricht. Leute, die sich vielleicht noch nie zuvor getraut haben, ihren Körper anderen zu zeigen, die Schwimmbäder, Strände, Sauna und alle Situationen gemieden haben, in denen man viel Haut zeigen muss.

Diese Leute also wagen nun diesen extremen Schritt und lassen sich in Unterwäsche fotografieren und ins Netz stellen. Warum? Um zu provozieren, sagen einige. Um zum Nachdenken anzuregen, sagen andere. Feministinnen kritisieren das latent Voyeuristische an diesen öffentlichen Fotoaktionen und sagen, Denker gehe es nur darum, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Plus Size Marken hingegen feiern Silvana Denker und boten ihr bereits nach den ersten Fotoaktionen im Jahr 2015 Sponsoring-Verträge an.

Klar ist – ihr Projekt fällt auf und polarisiert. Die Fotografin selbst sagt, sie möchte mit ihren Fotos zur Selbstliebe und auch zur Akzeptanz eines umfassenderen Schönheitsbegriffs in der Gesellschaft beitragen. Für sie sind alle ihre Modelle, egal ob dick oder dünn, wunderschön. Diese Akzeptanz für die unterschiedlichen Körperformen möchte sie auch ihren Fans und Followern vermitteln, und dabei zum Nachdenken anregen.


Ob ihr das gelingt – daran scheiden sich tatsächlich die Geister. Klar ist, dass viele der Frauen, die bei ihren öffentlichen Fotoshootings mitgemacht haben, hinterher einen kleinen Selbstbewusstseins-Boost erlebt haben. Eine Frau berichtete, sie hätte sich nie zuvor vor jemand anderem ausgezogen, doch die Gemeinschaft mit den anderen Models erlaubte es ihr, einen völlig neuen Blickwinkel auf ihren Körper einzunehmen. Und junge Mädchen, die den Fotoaktionen zusehen, wird vermittelt, dass jede Frau schön ist und dass sie es wert ist, fotografiert zu werden, auch wenn sie keine Thigh-Gap haben…

hella

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